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Tragfähige Verankerung & Verstärkung im Holzbau

Eingeklebte Gewindestangen mit Hilti HIT-RE 500 V4

Starke Verbindungen. Einfach umgesetzt.

Was sind eingeklebte Gewindestangen im Holzbau?

Die eingeklebte Gewindestange ist ein Stahlstab, der mit einem Epoxidharz (Injektionsmörtel) kraftschlüssig in ein Holzbauteil eingebunden wird, um Zug-, Druck- oder Biegekräfte zu übertragen. Eingeklebte Gewindestangen werden im Holzbau und Ingenieurholzbau vor allem eingesetzt, wenn hohe Kräfte auf engem Raum übertragen oder unsichtbare, steife Verbindungen realisiert werden müssen.

In Kombination mit dem Hilti HIT-RE 500 V4 Epoxidharz-Injektionsmörtel entstehen kraftschlüssige und dauerhaft zuverlässige Anschlüsse in Brettschichtholz, Brettsperrholz, Furnierschichtholz und Vollholz – ideal für hochbelastete Anschlussdetails und Verstärkungen.

Das System überzeugt durch hohe Tragfähigkeit, flexible Anwendungsmöglichkeiten, eine saubere Verarbeitung sowie Transport- und Montagevorteile. Unsere ganzheitliche Systemkette aus eingeklebten Gewindestangen, Zubehör, Werkzeug und Software hilft Ihnen schneller, einfacher und sicherer zu planen und bauen.

Hochbelastbare Verankerung & Verstärkung im Holzbau

Warum Einkleben?

An Holztragwerke werden zunehmend höhere Anforderungen gestellt was bspw. Tragfähigkeit und Sichtqualität angeht. Besonders bei großen Spannweiten und hohen Lasten bieten eingeklebte Gewindestangen entscheidende Vorteile:

  • Hohe Lastübertragung auf kleiner Fläche: Ideal bei konzentrierten Lasten in Knotenpunkten oder bei schlanken Querschnitten.

  • Lokale Übertragung sehr hoher Kräfte, besonders faserparallel: Bei Anschlüssen ans Hirnholz erzielen eingeklebte Gewindestangen erhebliche Tragfähigkeitssteigerungen gegenüber Holzbauschrauben.

  • Hohe Steifigkeit der Verbindung: Mit eingeklebten Gewindestangen lassen sich aufgrund deren hoher Steifigkeit ausgezeichnet biegesteife Verbindungen entwerfen – wie beispielsweise Rahmenecken oder Stützenfüße.

  • Architektonisch ansprechende Details: Bei Holz-zu-Holz-Anschlüssen sind die eingeklebten Gewindestangen mit Ausnahme der wenigen Holzdübel nicht zu sehen. Auch bei Stahl-zu-Holz-Anschlüssen mit angeschweißten Gewindestangen können äußerst ansprechende Details realisiert werden.

  • Einfache Montage & Rückbaubarkeit: Wenn Sie Stahl-zu-Holz-Verbindungen entwerfen, können diese nicht nur ideal vorgefertigt, transportiert und montiert werden, sondern bei Bedarf auch einfach rückgebaut werden.

  • Geringe Querschnittsschwächung: Im Vergleich zu anderen mechanischen Verbindungsmitteln bleibt bei gewissen Anwendungsfällen mehr tragender Holzquerschnitt erhalten.

  • Formschlüssige, dauerhafte Verbindung: Die Verbindung ist resistent gegen Kriechen, Setzen oder Lockerung – auch bei wechselnden Lasten und klimatischen Bedingungen.

Vorteile für Bauunternehmen & Projektverantwortliche

Kosten

  • Weniger Verbindungsmittel → geringere Materialkosten

  • Reduzierte Montagezeit → geringere Lohnkosten

  • Weniger Nacharbeiten durch hohe Montagequalität

Effizienz

  • Ideal für Vorfertigung

  • Schneller Transport & einfache Montage

  • Einfache Integration in Hybridkonstruktionen

Sicherheit

  • Sehr steife, setzungsarme Anschlüsse

  • Dauerhaft zuverlässig bei wechselnden Lasten

  • ETA 20‑0834 & allgemeine Bauartgenehmigung Z‑9.1‑902

Wie lassen sich eingeklebte Gewindestangen auf der Baustelle einsetzen?

Holz-Verbindungen

  • Stahl-Holz-Verbindungen (z. B. biegesteife Rahmenecken, Stützenfüße)

Vorteile: saubere Vorfertigung; einfacher Transport und Montage auf der Baustelle; gute Demontage- und Rückbaumöglichkeiten bei zukünftigen Änderungen.

  • Beton-Holz-Verbindungen (z. B. Stützenfüße oder Brückenbau)

Anwendung: Einbetonierte Bewehrungseisen oder nachträglich eingeklebte Gewindestangen zur Verbindung von Holz- und Betonbauteilen. Hinweis: Die ETA-Zulassung deckt keine Ermüdungslasten ab. Bei Fußgänger- und Radbrücken sind Ermüdungsbeanspruchungen jedoch meist nicht relevant.

  • Holz-Holz-Verbindungen (z. B. Fachwerkknoten)

Vorteile: hoher architektonischer Anspruch erfüllbar; nahezu unsichtbare Verbindungen im Vergleich zu Schlitzblechen mit vielen Dübeln; schlanke, ästhetische Knotenpunkte bei hoher Tragfähigkeit.

  • Hybridverbindungen und Sonderdetails

Beispiele: Kombinationen Holz–Stahl–Beton, verdeckte Anschlussdetails, schräg eingebrachte Verankerungen. Vorteile: hohe Gestaltungsfreiheit; kurze Bauzeiten bei Vorfertigung

Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten gibt es für eingeklebte Gewindestangen?

Holz-Verstärkungen

  • Verstärkungen von BSH-Trägern (Querzugverstärkung bei Ausklinkungen, Durchbrüchen, gebogenen Hallenbindern; Querdruckverstärkungen am Auflager)

mögliche Vorteile: einfachere Montage ab gewissen Einbindetiefen; höhere Tragfähigkeit als mit Schrauben; kein Überdrehen der Schraube

  • Sanierung von Bestandskonstruktionen

mögliche Vorteile: hochbelastbare, lokal begrenzte Lösungen; kurze Bauzeiten bei Vorfertigung; geringere Beeinträchtigung der Bewohner.

Hilti HIT-RE 500 V4 im Einsatz

Wie funktioniert das Einkleben einer Gewindestange?

Unser System lässt sich über zwei Vorgehensweisen installieren: die „Direktbefüllung“ sowie die „Bypass-Methode“. Die ideale Installationsweise wird meist durch die Anwendung bestimmt. So gibt es z.B. bei einer Holz-Holz-Verbindung vorne keinen Zugang zum Bohrloch, weshalb über die Bypass-Methode (= Befüllung über Füll- und Entlüftungsbohrung) verfüllt werden muss.

Direktbefüllung mit Stauzapfen

  1. Bohren – nur eine Bohrung für das System aus Gewindestange und Kleber mit definiertem Durchmesser und Tiefe

  2. Reinigen – mit Druckluftpistole und Verlängerungsschlauch für optimale Haftung

  3. Injizieren – HIT-RE 500 V4 gleichmäßig in die Bohrung einbringen mit dem Stauzapfen Stauzapfen HIT-SZ und Verlängerungsschlauch HIT-VL

  4. Einsetzen – Gewindestange drehend einführen

  5. Aushärten lassen – je nach Umgebungstemperatur und Anwendung

Bypass-Methode

  1. Bohren – neben der Hauptbohrung für die Gewindestange und den Kleber gibt es zwei dazu orthogonale kleine Bohrungen zur Befüllung und Entlüftung der Hauptbohrung

  2. Reinigen – mit Druckluftpistole und Verlängerungsschlauch für optimale Haftung

  3. Einsetzen – Gewindestange in das Bohrloch einbringen und Bauteile zusammenfügen

  4. Injizieren – HIT-RE 500 V4 in die seitliche Befüll-Bohrung einbringen, bis er aus der Entlüftungsbohrung austritt

  5. Aushärten lassen – je nach Umgebungstemperatur und Anwendung

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FAQ

1. Wie bemesse ich eingeklebte Gewindestangen für den Brandfall?

EN 1995‑1‑2 stellt kein direktes Bemessungsmodell für eingeklebte Stahlstäbe im Brandfall zur Verfügung, und die ETA von Hilti enthält keine Bewertung für Brandbeanspruchung. Die Brandbemessung von eingeklebten Gewindestangen ist daher projektspezifisch vorzunehmen. Die Bemessung kann auf ingenieurmäßigen Beurteilungen, Hinweisen aus den Nationalen Anhängen oder auf projektspezifischen Versuchen beruhen und erfordert die Freigabe durch den verantwortlichen Tragwerksplaner.

2. Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen bei ermüdungsrelevanter Beanspruchung verwenden?

Die ETA von Hilti deckt keine Verbindungen mit ermüdungsrelevanter Beanspruchung ab. Daher dürfen eingeklebte Gewindestangen nicht für Verbindungen mit Ermüdungsanforderungen eingesetzt werden. Allerdings sind bestimmte Konstruktionen – die intuitiv als ermüdungsbeansprucht angesehen werden könnten – von den Bemessungsanforderungen für Ermüdung ausgenommen. Diese Ausnahmen sind im Eurocode definiert, da die Ermüdungsbeanspruchung als vernachlässigbar eingestuft wird. Beispiele hierfür sind Fußgänger‑ und Radwegbrücken.

3. Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen in Holzbrücken verwenden?

Ja, grundsätzlich ist der Einsatz möglich. Es muss jedoch mit dem Tragwerksplaner abgestimmt werden, ob eine ermüdungsrelevante Beanspruchung der Verbindung zu berücksichtigen ist. Ist dies der Fall, dürfen eingeklebte Gewindestangen nicht verwendet werden.

4. Warum sollte ich eingeklebte Gewindestangen anstelle von Holzbauschrauben verwenden?

Eingeklebte Gewindestangen können mit einer sehr großen Einklebelänge in das Holzbauteil eingebracht werden und erreichen dadurch eine deutlich höhere Ausziehtragfähigkeit sowie eine höhere axiale Tragfähigkeit als Schrauben. Darüber hinaus kann die Ausführung so erfolgen, dass die Verbindung nach der Montage unsichtbar ist. Damit eignen sich eingeklebte Gewindestangen besonders für hochtragfähige, architektonisch anspruchsvolle Holzverbindungen.

5. Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen mit Hartholz („Baubuche“) verwenden?

Nein. Die ETA von Hilti gilt nicht für Harthölzer. Der Anwendungsbereich ist auf Nadelholz (Weichholz) beschränkt.

6. Kann ich auch Betonrippenstahl einkleben? Welche Vorteile hat Betonrippenstahl gegenüber Gewindestangen?

Ja, Betonrippenstahl (Bewehrungsstahl) kann ebenfalls verwendet werden, da hierfür eine ETA‑Zulassung vorliegt. Ein technischer Vorteil gegenüber Gewindestangen besteht jedoch nicht. Zu beachten ist, dass die verbundlose Hülse (HIT‑DS) nicht mit Betonrippenstahl eingesetzt werden kann. In bestimmten Anwendungen – beispielsweise bei der Verstärkung von Holzbauteilen – kann Betonrippenstahl aus planerischer Sicht dennoch bevorzugt werden.

7. Wie bemesse ich eingeklebte Gewindestangen für den Brandfall?

EN 1995‑1‑2 stellt kein direktes Bemessungsmodell für eingeklebte Stahlstäbe im Brandfall zur Verfügung, und die ETA von Hilti enthält keine Bewertung für Brandbeanspruchung. Die Brandbemessung von eingeklebten Gewindestangen ist daher projektspezifisch vorzunehmen. Die Bemessung kann auf ingenieurmäßigen Beurteilungen, Hinweisen aus den Nationalen Anhängen oder auf projektspezifischen Versuchen beruhen und erfordert die Freigabe durch den verantwortlichen Tragwerksplaner.

8. Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen in Erdbebengebieten einsetzen?

Eingeklebte Gewindestangen können in seismischen Anwendungsfällen eingesetzt werden, sofern sie ausschließlich im elastischen Bereich beansprucht werden. Eine duktil ausgelegte Bemessung (plastischer Verformungsbereich) ist für eingeklebte Gewindestangen in Erdbebengebieten gemäß FprEN 1995‑1‑1 nicht vorgesehen.

9. Kann ich eingeklebte Gewindestangen mit Ingtools für Brettsperrholz (CLT) oder Furnierschichtholz (LVL) bemessen?

Nein. Derzeit deckt die Ingtools‑Bemessungssoftware für eingeklebte Gewindestangen ausschließlich Brettschichtholz / Balkenschichtholz (GLT) ab. Brettsperrholz (CLT) und Furnierschichtholz (LVL) sind aktuell nicht enthalten.

10. Benötigen Monteure für eingeklebte Gewindestangen in Deutschland eine „Leimschein“-Zertifizierung? Wenn sich meine Werkstatt nicht in Deutschland befindet, die tragenden Holzverbindungen mit eingeklebten Gewindestangen jedoch auf einer Baustelle in Deutschland eingesetzt werden: Müssen meine Mitarbeiter in diesem Fall ebenfalls über eine entsprechende Zertifizierung verfügen?

Ja. Nach deutschem Baurecht müssen alle eingeklebten Gewindestangen, die auf Baustellen in Deutschland eingebaut werden, von zertifizierten Fachkräften ausgeführt werden. Dies gilt auch für Betriebe mit Sitz außerhalb Deutschlands, die vorgefertigte Holzbauteile auf Baustellen in Deutschland liefern. Die Zertifizierung kann durch eine deutsche Institution (z. B. MPA, WKI) oder durch eine gleichwertige ausländische Stelle erfolgen.

11. Müssen Gewindestangen auch dann zentriert werden, wenn Hilti keinen passenden Zentrierring anbietet?

Eine zentrische Ausrichtung ist immer erforderlich, wenn der Bohrlochdurchmesser mehr als 2 mm größer ist als der Nenndurchmesser der Stange. Das aktuelle Zentrierring‑Portfolio deckt die gängigsten Durchmesser M12–M24 ab. Für andere, in der ETA zugelassene Durchmesser (M6, M8, M10, M27, M30) ist ebenfalls eine Zentrierung erforderlich, sofern der Bohrlochdurchmesser mehr als 2 mm größer ist. In diesen Fällen können Zentrierlösungen von Drittanbietern verwendet werden.

12. Warum sind eingeklebte Gewindestangen nicht in der Volumenrechner‑App enthalten?

Installationen im Holzbau weisen eine größere Streuung des erforderlichen Injektionsvolumens pro Bohrloch auf. Diese Streuung entsteht durch Risse, Fehlstellen und Hohlräume im Holz, durch die Klebstoff aus dem Bohrloch austreten kann. Eine exakte Angabe des erforderlichen Injektionsvolumens pro Bohrloch ist daher nicht zuverlässig möglich und kann zu Qualitätsrisiken bei der Ausführung führen.

13. Wie kann ich abschätzen, wie viele Folienpacks für ein Projekt benötigt werden?

Auch wenn Hilti keine exakten Volumenangaben pro Bohrloch bereitstellt, kann eine Richtwertabschätzung für größere Mengen an Bohrlöchern erfolgen, da sich die Streuung des Injektionsvolumens statistisch ausmittelt. Hierzu steht eine Tabelle zur Verfügung, die den Richtwert für die benötigte Anzahl an Gebinden pro 100 Bohrlöcher in Abhängigkeit vom Bohrloch‑ und Stabdurchmesser angibt.