Gegeben ist ein Betonquerschitt als Mastfundament. Nun soll mit nachträglich eingeklebten Ankern das aufnehmbare Moment erhöht werden. Dies benötigt jedoch größere Verankerungslängen, als die einstellbaren.
Können Anker mit größeren Verankerungstiefen nachgewiesen werden?
Die Verteilung der Verbundspannung über die Verankerungstiefe von Verbundankern hängt von der Größe der Belastung, der Steifigkeit des Mörtels und der Verankerungstiefe ab. Bei Höchstbelastung sind die Verbundspannungen ungleichmäßig über die Verankerungstiefe verteilt, der Einfachheit halber wird jedoch üblicherweise eine gleichmäßige Verteilung der Verbundspannung entlang der Verankerungstiefe angenommen. Nach [1] kann eine konstante Verbundspannung über die Einbindetiefe und eine von der Einbindetiefe unabhängige Verbundfestigkeit für Einbindetiefen von 4,5 hef/d bis 20 hef/d angenommen werden. Diese Ergebnisse wurden daher in die aktuellen Regelwerke und Bemessungsvorschriften EC2, Teil 4 übernommen.
[1] Cook, Kunz, Fuchs, Konz (1998): Behavior and design of single adhesive anchors under tensile load in uncracked concrete. ACI structural journal, V.95, No.1, 1998, pp.9-26