Zum Hauptinhalt
Warenkorb

Abstandsmontage mit Unterfütterung

Veröffentlicht von Martin Lentschalmost 4 years ago
Abstandsmontage mit Unterfütterung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir hätten eine Frage für den Einspanngrad bei der Abstandmontage mit Unterfütterung, und zwar: Wie sind die Werte 1 und 2 zu verstehen? z.B. wenn man eine Unterfütterung (Verguss) in der selbe Ebene (Höhe) wie die Ankerplatte hat, ist der Wert für den Einspanngrad 2 (Anbauteil kann nicht verdrehen) zu nehmen? Oder hat das was mit Momente zu tun?

Zwei Beispiele für das unterschiedliche Einbau der Ankerplatte finden Sie im Anhang.

Vielen Dank für die Unterstützung.
MfG

Ivan Horvatin, BSc.
Eingineering Anlagentechnik

Mobil: 43 664 8363-120
Fax: 43 1 29103-253
ivan.horvatin.ext@bilfinger.com

Bilfinger Bohr- und Rohrtechnik GmbH
Brünner Straße 73
1210 Wien

Abstandsmontage,Unterfütterung,Verguss,Moment

1 Antwort
Veröffentlicht von Florian Ofneralmost 4 years ago
Hilti verifiziert

Sehr geehrter Herr Horvatin,

vielen Dank für Ihre Frage. Wie Sie richtig beschrieben haben geht es beim Einspanngrad um die Möglichkeit, sich zu verdrehen.

Der Einspanngrad ist gemäß EC2-4 Kapitel 6.2.2.3 (3) nach guter Ingenieurspraxis zu bestimmen und kann Werte zwischen 1,0 und 2,0 annehmen.

Der Einspanngrad 1,0 ist zu wählen, wenn sich das Anbauteil frei verdrehen kann. Dies ist der Fall, wenn Futterbleche mit Lang- oder Großlöchern verwendet werden oder keine Unterfütterung gegeben ist.
Bei einem Einspanngrad von 2,0 ist das Bauteil voll eingespannt und kann sich nicht verdrehen. Dies liegt beispielsweise bei Unterfütterung mit Futterblechen mit normalen Rundlöchern oder einem Verguss mit ausreichender Festigkeit vor.
Ihre Bemessung liegt auf der sicheren Seite, wenn Sie einen Einspanngrad von 1,0 auswählen. Selbstverständlich obliegt es aber immer der Einschätzung des planenden Ingenieurs, welcher Einspanngrad schlussendlich angesetzt wird.

Eine Unterfütterung mit Holz oder Stahl wird durch den EC2-4 nicht explizit behandelt. Allerdings wird unter 6.2.2.3 (1) ausgeführt, dass die Verankerung mit einem Hebelarm wirkend angenommen werden sollte, sofern keine Unterfütterung mit einem druckfesten Mörtel mit mindestens der Festigkeit des Untergrundes oder 30N/mm² vorhanden ist. Da dies weder bei Holz noch bei Stahl gegeben ist, ist hier ebenfalls der Querkraftnachweis mit Hebelarm und einem ingenieurmäßig beurteilten Einspanngrad zu führen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne hier oder auch unter unserer E-Mailadresse at-technik@hilti.com zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Hilti Ingenieurberatung

Einspanngrad,Futterbleche