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about 1 year ago

Das Gleiche oder dasselbe?


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Lesedauer ca. 15 Minuten

Was ist die CE-Kennzeichnung?


Die CE-Kennzeichnung ist eine europäische Kennzeichnung. Sie gewährleistet die Konformität der Leistung eines Produkts mit der Leistungserklärung (DoP – Declaration of Performance), die durch die Einhaltung der europäischen technischen Spezifikation erzielt wurde. Durch das Anbringen dieser Kennzeichnung auf einem Produkt übernimmt der Hersteller die Verantwortung für dessen Konformität mit allen von der Europäischen Union festgelegten gesetzlichen Anforderungen, die für dieses Produkt gelten.

Der Zweck der CE-Kennzeichnung besteht darin, die Leistung eines Produkts zu gewährleisten und zu standardisieren.


Beispiel einer CE-Kennzeichnung für ein Hilti MT System Produkt nach EN 1090

 
CE: CE-Kennzeichnung - Europäische Konformität
NB 1234: Identifikationsnummer der benannten Stelle
Hilti AG FL 9494 Schaan: Name und Adresse des Firmensitzes des Herstellers
22: Die letzten beiden Ziffern des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung zum ersten Mal angebracht wurde
Hilti-IS-DoP-018: DoP (Declaration of Performance) Referenznummer
EN1090-1:2009+A1: Referenz entsprechend der harmonisierten technischen Spezifikation
www.hilti.group: Website mit der DoP

 


Wie hängt das mit den modularen Schienensystemen zusammen und wann ist die CE-Kennzeichnung obligatorisch?

Modulare Schienensysteme kennt man vor allem als Unterkonstruktion für TGA-Leitungen. Für diese Anwendung sind sie (Unterkonstruktion für TGA-Leitungen) daher als nicht-tragendes (nicht-strukturelles) Bauteil des Bauwerks zu betrachten. Innerhalb der TGA-Anwendung erfüllen sie jedoch eine tragende Funktion, indem sie zur Stabilität und Lastverteilung der technischen Gebäudeausrüstung beitragen.
Mit geschlossenen Profilen dringen die modularen Schienensysteme in neue Anwendungsbereiche vor, wie z.B. Podeste/Plattformen, Treppen, Systemböden etc. Damit sind diese eine Alternative zum konventionellen geschweißten Stahlbau. Dies bedeutet gleichzeitig, dass sie in den strukturellen Bereich fallen, in dem eine Zertifizierung nach EN1090-1 [1] obligatorisch und damit eine CE-Kennzeichnung verpflichtend ist.

Was ist ein strukturelles Bauteil?

Ein strukturelles Bauteil ist ein Element, das zur Tragfähigkeit und Stabilität eines Bauwerks beiträgt. Ein nicht-strukturelles Bauteil hingegen hat keine tragende Funktion für die Gebäudestruktur.

Auch wenn ein Produkt nicht der Norm EN 1090 unterliegt, kann es eine andere CE-Kennzeichnung haben, die auf anderen harmonisierten Normen oder ETAs beruht (Bild 1).

Bild 1         Unterschiedliche Wege eine CE-Kennzeichnung für modulare Schienensysteme zu erhalten

 

Was ist die EN 1090?

Die EN1090 regelt die Herstellung und Montage von tragenden (strukturellen) Stahl- und Aluminiumkonstruktionen.
Wenn Sie Zugang zu den EU-Märkten suchen, ist die Einhaltung internationaler Normen entscheidend für den Marktzugang. Die EN 1090-Normen regeln die Ausführung und Konformitätsbewertung von Stahl- und Aluminiumkonstruktionen und umfassen die folgenden europäischen Normen, die die Anforderungen der Bauproduktenverordnung (CPR) für Stahl- und Aluminiumkonstruktionen umsetzen:

  • EN 1090-1: Anforderungen an die Konformitätsbewertung von Bauteilen (CE-Kennzeichnung) [1]
  • EN 1090-2: Technische Anforderungen an die Ausführungen von Stahlbauten [2]
  • EN 1090-3: Technische Anforderungen an die Ausführungen von Aluminiumkonstruktionen [3]


In den Normen EN 1090-2 [2] und EN 1090-3 [3] sind 4 Ausführungsklassen (EXC) definiert, die jeweils einen eigenen Anforderungskatalog enthalten. Die Ausführungsklasse eines Bauwerks wird durch den technischen Aufwand definiert, der zur Umsetzung der Entwurfsparameter erforderlich ist. Die Klassen umfassen:

  • EXC 1: Für einfache Konstruktionen mit geringen Sicherheitsanforderungen
  • EXC 2: Für normale Konstruktionen, wie z.B. Wohn- und Bürogebäude
  • EXC 3: Für komplexe Konstruktionen mit höheren Sicherheitsanforderungen, wie z.B. Brücken und Hochhäuser
  • EXC 4: Hierunter fallen alle Bauteile nach EXC3, deren Versagen zu einem hohen Verlust an Menschenleben, zu erheblichen wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Folgen führen würde.


CE-Kennzeichnung über ETA


Bei nicht-strukturellen Anwendungen, wie z.B. den TGA-Unterkonstruktionen, sind wir nicht an die EN 1090 gebunden. Der Hersteller der modularen Schienensysteme muss die technischen Daten zur Verfügung stellen. Auf welche Weise und Grundlage regeln die EU-Mitgliedsstaaten national. Von Seiten der EOTA (Europäische Organisation für technische Bewertungen) gibt es eine EAD [4], die eine standardisierte Methode zur Bewertung der wesentlichen Leistungsmerkmale von Unterkonstruktionen für TGA-Leitungen ermöglicht, wenn es nicht über eine hEN abgedeckt ist.
Hilti hat sich für das MT-System für diesen Weg entschieden. Die technischen Daten sind auf Basis der EAD [4] ermittelt worden und besitzen damit eine ETA und CE-Kennzeichnung. Damit ist transparent geregelt, wie die technischen Daten zustande kommen. Sie sind reproduzierbar und vergleichbar. Die ETA verpflichtet den Hersteller eine Leistungserklärung (DoP) zur Verfügung zu stellen und übernimmt die Verantwortung für die Konformität der Produkte mit den angegebenen Leistungen.


Bild 2          Zwei Möglichkeiten zu einer CE-Kennzeichnung zu gelangen

Zusammenfassung


Ob eine CE-Kennzeichnung für modulare Schienensysteme verpflichtend oder freiwillig ist, hängt davon ab, ob es sich um ein strukturelles oder nicht-strukturelles Bauteil handelt.

TGA-Anwendungen fallen nicht unter die EN 1090-1 [1], da sie keine strukturelle Funktion haben. Im Falle eines Versagens der Unterkonstruktion wäre für das Gebäude keine strukturelle Schwächung zu befürchten. Es gibt aber eine EAD [4] auf deren Basis es möglich ist für TGA-Unterkonstruktionen eine ETA zu erwirken. Eine ETA ermöglicht eine CE-Kennzeichnung des Produktes und damit einhergehend muss der Hersteller eine Leistungserklärung (DoP) zur Verfügung stellen. Diese sorgt für Transparenz, indem sie die Leistung des Produktes klar darstellt.

Anders sieht es in der Regel bei statisch relevanten Anwendungen für die Gebäudestruktur aus. Die an der Herstellung von Bauwerken Beteiligten müssen die Anforderungen der Norm EN 1090-1 [1] erfüllen, um für ihre Bauwerke die CE-Kennzeichnung zu erhalten und diese auf den europäischen Markt zu bringen. Ohne CE-Kennzeichnung drohen dem Inverkehrbringer rechtliche Konsequenzen. Nach den Anforderungen müssen Hersteller die Konformität ihrer Produkte durch Typprüfungen und die Zertifizierung ihrer werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) durch eine dritte notifizierte Stelle nachweisen, bevor sie eine Leistungserklärung (DoP) ausstellen dürfen.

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[1]
cen, EN 1090-1 - Execution of steel structures and aluminium structures - Part 1: Requirements of conformity assesement of structural components.
[2]
cen, EN 1090-2 - Execution of steel structures and aluminium structures - Part 2: Technical requirements for steel structures.
[3]
cen, EN 1090-3 - Execution of steel structures and aluminium structures - Part 3: Technical requirements for aluminium structures.
[4]
EOTA, EAD 280016-00-0602 Product for installation systems for supporting technical building equipment.

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